Debutantes’ Catalogue Samples
In der Publikation Debütantinnen-Katalog Samples verknüpft Gloria Sogl ihre künstlerische Praxis mit Text- und Bildbeiträgen von Dr. Marion Bornscheuer, Celeste Perret, Gamze Öztürk, Joannie Baumgärtner und Gleb(s) Maiboroda. Die künstlerischen Positionen offenbaren sich als individuelle Fäden einer textilen Lebenspraxis – einer Arbeitsweise, die über die künstlerische Produktion hinausgeht und tieferliegende Wissenswelten erfahrbar macht.
Im Zentrum steht das textile Arbeiten als eine Form der Wissensproduktion, die älter ist als die aktuell dominante Wissenschaft und unsere westliche Vorstellung von Wissen und Erkenntnis. Durch sinnliche Recodierungen entstehen neue Zeichenwelten, die auf Berührung und haptischem Erleben basieren.
In einer Welt, in der Wissensexplosionen – von der Alphabetisierung als grundlegende soziale Entwicklung über revolutionäre Grundlagenforschung wie die Relativitätstheorie bis hin zur Digitalisierung im Informationszeitalter, die durch technische Innovationen vorangetrieben wird – auf der Zerlegung der Dinge in kleinste Einheiten wie Schriftzeichen eines Alphabets, den Binärcode oder DNA-Bausteine beruhen, bietet textiles Arbeiten einen greifbaren und unmittelbaren Gegenentwurf. Während Sprachen, Codes und andere zeichenbasierte Systeme häufig politischer Kontrolle, ökonomischer Verwertung und Herrschaftstechnologien dienen, setzt textiles Arbeiten auf die Durchmischung kultureller Codes und sinnliche Transformationen. Ziel ist es, neue Zeichenwelten zu schaffen, die Wissen und Erfahrung auf einer tieferen, körperbasierten Ebene ermöglichen.






Mein großer Dank gilt StudioNearMe, insbesondere Felix Neumann, für die Gestaltung, sowie Joannie Baumgärtner für die bereichernde Begleitung bei der Entwicklung. Ein herzliches Dankeschön geht an Dr. Marion Bornscheuer für das Vertrauen und die tatkräftige Unterstützung, und an Gleb(s), Gamze und Celeste für die unvergessliche gemeinsame Zeit und das Lernen miteinander und voneinander, das über diese Zeit hinaus anhalten wird.
Für die finanzielle Unterstützung danke ich dem Museum Moderner Kunst Wörlen Passau und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.